Die Kirche und das Geld - ein heikles Thema?

Woher hat die Kirche ihr Geld?

Woher bekommt die Kirche eigentlich ihr Geld? Und was tut sie mit dem ihr anvertrauten Geld? Zwei Fragen, die - zu Recht - einem Pfarrer und einer Kirchengemeinde immer wieder gestellt werden. Deshalb möchten wir hier, unter dem Menüpunkt "Finanzen", kurz erläutern, wie es um das Geld in unserer Kirchengemeinde steht.

 

Wer sich ausführlicher über das Thema informieren möchte, findet weitere Informationen auf der Homepage der Ev.Landeskirche in Württemberg (www.elk-wue.de). Auch das (kostenlose) Kirchensteuertelefon der Ev. Kirche beantwortet gerne Fragen (Tel. 0800 / 7137137), ebenso die e-mail-Redaktion unserer Landeskirche (Anfragen unter kirchensteuerdontospamme@gowaway.elk-wue.de)

 

Die evangelischen Kirchen in Deutschland finanzieren sich - weltweit übrigens einmalig - vor allem durch eine große Geldquelle: durch die Kirchensteuer. Jeder erwerbstätige, lohnsteuerpflichtige Arbeitnehmer, der Mitglied der Landeskirche ist, bezahlt eine Kirchensteuer in Höhe von 8% seines Lohnsteueraufkommens. Daraus folgt zweierlei: 1) wer nicht erwerbstätig ist (oder wer Kind ist, oder wer in Rente gegangen ist), bezahlt keine Kirchensteuer. 2) In Zeiten hoher Arbeitslosigkeit sinken die Kirchensteuereinnahmen, da die Kirchensteuer direkt an die Lohnsteuer gekoppelt ist. Außerdem sinkt die Kirchensteuer jedesmal, wenn Steuerreformen beschlossen werden, die die Lohnnebenkosten senken. Da dies in den letzten Jahren vermehrt deutsche Steuerpolitik war, sind die Steuereinnahmen der Kirchen in den letzten Jahren signifikant gesunken. Folge davon ist (leider) z.B. der Abbau von Pfarrstellen in Württemberg- so wurde die Pfarrstelle unserer Nachbargemeinde Brenz erst im Jahr 2006 um die Hälfte gekürzt.

Die Kirche und das Geld

Jeder Euro, den die Ev. Kirche in Württemberg an Kirchensteuer einnimmt, wird zweigeteilt: 50 Cent davon erhält die Landeskirche, die anderen 50 Cent erhalten die Kirchengemeinden, wobei jede Kirchengemeinde je nach Größe und Struktur einen unterschiedlich hohen Betrag erhält.

 

Die Landeskirche finanziert von ihrer Hälfte der Kirchensteuer zum einen die Gehälter der Pfarrer und Mitarbeiter - diese machen einen großen Teil der Kosten aus, denn die Evangelische Kirche ist einer der größten Arbeitgeber Württembergs (Pfarrer, kirchliche Mitarbeiter, Erzieherinnen, Mitarbeiterinnen in Sozial- und Diakoniestationen, Bildungseinrichtungen ...). Zum anderen werden dadurch kirchliche Arbeitszweige, Bildungshäuser und Studieneinrichtungen finanziert, die allen Gemeindegliedern offenstehen.

 

Was die Kirchengemeinden mit dem Ihnen anvertrauten Geld machen, ist zum Teil Ihre eigene Entscheidung, denn seit einigen Jahren haben die Kirchengemeinden wesentlich größeren Gestaltungsspielraum beim Umgang mit den Steuereinnahmen als noch Jahre zuvor. Allerdings kontrollieren die Kirchenleitung und der Kirchenbezirk jährlich die Haushaltspläne der Kirchengemeinden.

 

Zu was die Kirchengemeinde Sontheim die ihr anvertrauten Finanzmittel verwendet, können Sie dem Menüpunkt "Haushaltsplan" entnehmen.

Neues Verfahren für die Kapitalertragssteuer

Ab dem Jahr 2015 haben die Banken ein neues Verfahren zum Einzug der Kapitalertragssteuer eingeführt. Hiervon betroffen ist auch die Kirchensteuer auf Kapitalerträge. Wichtig ist, dass sich an der Höhe der Kirchensteuer nichts ändert - lediglich das Verfahren zum Einzug wurde leicht verändert.

Nähere Auskunft hierzu gibt ein ausführliches Merkblatt der Evangelischen Landeskirche, das sie hier herunterladen können.

Vielen Dank dafür, dass Sie die Arbeit Ihrer Kirche und Ihrer Kirchengemeinde durch Ihre Mitgliedschaft und Ihre Kirchensteuer unterstützen!