Der Krankenpflegeverein - Solidarverein für Pflegende und ihre Angehörige

Helfende Hände

Seit den Zeiten von Pfarrer Knapp, also seit den Zwanzigerjahren des vergangenen Jahrhunderts, besteht in Sontheim der Krankenpflegeverein der Evangelischen Kirchengemeinde. Im Jahr 2007 konnte bei der Hauptversammlung deshalb bereits der 80.Geburtstag des Krankenpflegevereins gefeiert werden. Rund 250 Mitglieder gehören zur Zeit diesem Verein an.

 

Er wurde ursprünglich gegründet, um die Sontheimer Diakoniestation zu unterstützen, die sich im Auftrag der Kirchengemeinde der Kranken- und Altenpflege hier in Sontheim verschrieben hatte. Unter der Dienstherrschaft des Pfarrers gingen zu Zeiten früherer Pfarrer Diakonieschwestern in die Häuser, um Ältere und Kranke zu betreuen und zu pflegen. 

 

Mittlerweile befindet sich die Sozialstation nicht mehr alleine unter dem Dach der Evangelischen Kirchengemeinde Sontheim. Seit dem Jahr 2005 sind rund 15 verschiedene Gemeinden und Krankenpflegevereine Träger der "Ökumenischen Sozialstation Giengen und Unteres Brenztal gGmbH" (siehe auch den Menüpunkt Diakonie - Ökumenische Sozialstation).

 

Trotzdem sind die Aufgaben des Sontheimer Krankenpflegevereins dieselben geblieben: mit den Beiträgen der Mitglieder wird die Arbeit der Sozialstation unterstützt, z.B. bei der Anschaffung von Kraftfahrzeugen oder Einrichtungen für die Sozialstation oder bei der Finanzierung von Angeboten, die zusätzlich zur eigentlichen Arbeit der Sozialstation stattfinden (z.B. Begleitung von pflegenden Angehörigen).

 

Wer Mitglied im Krankenpflegeverein ist, hat hiervon auch einen ganz praktischen Vorteil: wenn er selbst einmal auf Pflege durch die Sozialstation angewiesen ist, gilt für ihn ein verminderter Gebührensatz. Er erhält auf die Pflegeleistungen der Sozialstation 25% Rabatt - diese Kosten trägt der Krankenpflegeverein für ihn. Allerdings können nicht alle Leistungen der Sozialstation mit einem Rabatt versehen werden - dies gilt hauptsächlich für Leistungen, für die die Kosten selbst getragen werden müssen ("Selbstzahler").

 

Deshalb lohnt sich die Mitgliedschaft im Krankenpflegeverein gleich doppelt: finanziell durch die Einsparung von Gebühren, ideell, weil mit den Gebühren im Sinne des Solidarprinzips eine gute Institution wie die Sozialstation gefördert wird. "Solidarprinzip" bedeutet dabei: alle Mitglieder legen ihren Beitrag ein - der dann aber nur denen zugute kommt, die hilfs- oder pflegebedürftig sind.

 

Der Jahresbeitrag für die Mitgliedschaft im Krankenpflegeverein beträgt zur Zeit 15 Euro. Anträge auf Mitgliedschaft können im Pfarramt, auf der Kirchenpflege oder im Büro der ökumenischen Sozialstation gestellt werden.

Jährliche Hauptversammlung

Ein Bild von der Hauptversammlung 2007

Einmal im Jahr findet eine Hauptversammlung der Mitglieder des Krankenpflegevereins statt.

 

Bei der letzten Hauptversammlung am 15.März 2013 referierte Pfarrer Palmer als erster Vorsitzender des Vereins ausführlich über die Aktivitäten des Vereins. Er gab bekannt, dass die mehr als 200 Mitglieder insgesamt 3.000 Euro an Mitgliedsbeiträgen einzahlen. Von diesem Betrag wird die Hälfte wieder direkt an diejenigen Mitglieder ausgeschüttet, die "Selbstzahler"-Leistungen der Sozialstation in Anspruch nehmen. Die andere Hälfte wurde in den letzten Jahren z.B. für eine Beihilfe zur Anschaffung eines Autos für die Sozialstation verwendet.

 

In der Hauptversammlung wurde der bisherige "Krankenpflegeverein" in einen "Kirchengemeindeverein" umgewandelt - eine neue Rechtsform, die vom Oberkirchenrat so verlangt und gefordert wird.
Außerdem wurde der Mitgliedsbeitrag (zum ersten Mal seit mehreren Jahrzehnten!) von 12 auf 15 Euro pro Jahr erhöht. Auch weiterhin müssen Ehepartner, die in Hausgemeinschaft leben, nur einen Beitrag bezahlen.

 

Im zweiten Teil der Hauptversammlung waren Pia Schramm-Danyluk, Renate Wolf und Markus Hammel von der Sozialstation zu Gast. Sie informierten ausführlich über die Leistungen der Sozialstation und machten deutlich, dass die Sozialstation ein sehr breites Angebotsspektrum hat, das von einem einmaligen Auftrag zum Einkaufen-Gehen bis hin zur 24-Stunden-Betreuung geht. Interessierte Rückfragen der rund 80 anwesenden Vereinsmitglieder zeigten das große Interesse der Mitglieder an der Thematik und rundeten eine gelungene Hauptversammlung ab.